Die Bremer Boulderhalle „Linie 7“ feiert ihr 10-jähriges Bestehen!

Vorbei sind die Zeiten, in denen Bremen (trotz seiner Größe) eine Stadt war, in der Kletter- und Boulderbegeisterte nur schwer einen Ort für ihren Sport fanden. Und für die Boulder*innen war sicher die Eröffnung der ersten Bremer Boulderhalle der lang ersehnte Startschuss für eine Entwicklung, die zu einer heute sehr viel angenehmeren Situation geführt hat: Mit der „Linie 7“ und der „Boulder Base“ gibt es inzwischen zwei hervorragende Boulderhallen. Dazu bieten die DAV-Kletterhalle und der Kletterbunker in Gröpelingen sowie die Klettermöglichkeit beim Sportgarten weitere tolle Möglichkeiten! Wir können uns also nicht beschweren.

Mit der Linie7 sind wir seit ihrer Entstehung nicht nur räumlich, sondern auch partnerschaftlich und geschäftlich eng verbunden. Grund genug, um mit den Betreibern Dirk Busse und Franziskus Denk ein Gespräch zu führen:

Da hat sich was getan …!

Quo Vadis: Hallo Dirk und Franziskus, seit 10 Jahren gibt es jetzt die Linie 7. Was hat euch damals dazu bewogen, eine Boulderhalle zu eröffnen?

D&F: Vor 10 Jahren war Bouldern, vor allem bei uns im Norden, noch eine echte Nischensportart. Wir sind begeisterte Kletterer und Boulderer und vermissten damals die Möglichkeit, „uns am Felsen auszutoben“. Immer bis auf den Ith, nach Fontainebleau oder in den Frankenjura zu fahren, ist auf Dauer zu teuer, zu aufwendig und auch nicht immer möglich. Ökologisch sinnvoll ist es auch nicht. Und dann hat sich uns die Möglichkeit geboten, diese Halle anzumieten und diese Chance haben wir genutzt. Uns war sofort klar: Bremen braucht eine eigene Boulderhalle!

Es wird gewerkelt. Immer wieder, auch heute noch.
Quo Vadis: Und dann habt ihr Hammer und Säge in die Hand genommen und direkt losgebaut?

D&F: So ungefähr! Wir hatten aber auch jede Menge fleißige Helfer, ohne die unser Projekt nicht möglich gewesen wäre. Das war verrückt, wieviele Personen freiwillig geholfen haben. Tag und Nacht und in relativ kurzer Zeit. Man hat dann doch gemerkt, dass Bouldern aus seiner Nische drängt und das es höchste Zeit wird, das Bremen endlich eine Boulderhalle bekommt. Es war ein irrer Spirit, da steckte ordentlich Feuer hinter.

Quo Vadis: Und dieser Spirit, wie ist das heute?

D&F: Der ist definitiv noch vorhanden. Bouldern ist mittlerweile tatsächlich im Mainstream angekommen und in den Boulderhallen treiben sich nicht mehr nur die „Freaks“ rum, sondern es tummeln sich auch allerhand „Sonntagsboulderer“ und Familien, die nur mal etwas Action suchen. Die sind bei uns natürlich sehr willkommen. Wir freuen uns, dass sich Bouldern mittlerweile einer solchen Beliebtheit erfreut. Aber auch diese alten Freaks treiben sich nach wie vor bei uns rum. Wir sind eine Halle von Boulderern für Boulderer: Jeder der bei uns arbeitet, bouldert auch. Das geht durch alle Bereiche. Ob Reinigungskraft, Betriebsleitung, Thekenkraft oder Werkstatt – jeder bouldert! Und das merkt man auch. Unser gesamtes Team steht mit Herzblut hinter dem Bouldern. Und „Freak“ meinen wir in keinster Weise abwertend! „Wir Freaks“ verkörpern das Bouldern.

Franziskus beim testen der Boulder
Quo Vadis: Ihr sagtet was von ökologischer Sinnhaftigkeit. Ist so ein ökologischer Faktor bei Boulderhallen wichtig?

D&F: Ja, auf jeden Fall. Nicht erst seit „Fridays for Future“ machen wir uns Gedanken über Nachhaltigkeit und fairen Handel. Wir haben bestimmte Produkte komplett aus unserem Sortiment verbannt, die nicht zu unseren sozialen oder ökologischen Vorstellungen passen. Vieles ist auch regional. Alle unsere Linie 7-Klamotten sind „Bio“ und „Fair Trade“.

Quo Vadis: Es ist also immer Bewegung in euren Angeboten?

D&F: Klar! Wenn etwas nicht mehr zu unseren Idealen passt, dann ändern wir das. Auch andere Angebote, neben den Produkten die wir anbieten, sind ständig in Bewegung. Es ist wichtig, dass wir uns weiterentwickeln.

Bei den Kindergeburtstagen kommt der Spaß nicht zu kurz!
Quo Vadis: Wie meint ihr das?

D&F: Wir haben vor etwas über einem Jahr die Wandstrukturen unserer kleinen Halle komplett geändert, weil wir gemerkt haben, dass es inzwischen neue Trends gibt, „Inlays“ zum Beispiel. Wir haben große innenliegende Wandelemente, die schnell austauschbar sind und somit die Wand ständig interessant halten. Und auch in unserer Großen Halle steht demnächst eine große Veränderung an!

Quo Vadis: Das klingt spannend, könnt ihr schon mehr verraten?

D&F: Ja klar! Es wird in Kürze eine neue Wandstruktur geben. Hinter den Kulissen wird schon eifrig gewerkelt.

Quo Vadis: Wie seid ihr denn damals auf den Namen gekommen?

D&F: Die Linie kann man mit Bahnfahren und dem Bahnhof in Verbindung bringen, denn genau da befinden wir uns ja: in einer alten Bahnhofslagerhalle und man kann die Linie mit Klettern in Verbindung bringen. Auch die Ziffer 7 lässt sich auf viele Arten interpretieren und ist sehr symbolträchtig. Vielleicht verraten wir da auch gar nicht zu viel, es ist doch schön, wenn da noch gerätselt werden kann und es mysteriös bleibt.

Boudern macht vor allem gemeinsam Spass
Quo Vadis: Am 01.12.2019 besteht die Linie 7 10 Jahre. Was erwartet eure Kunden, wenn sie zu euch kommen?

D&F: Wir wollen am 30.11. reinfeiern! Und zwar mit unseren Kunden, Gästen, deren Verwandten und Bekannten und Neugierigen und Interessierten – kurzum: mit allen netten Menschen! Jeder kann sich zuerst auf eine tolle Bouldersession freuen, denn anlässlich des Jubiläums wird es einen kleinen Wettkampf geben, der außer dem Tageseintritt nichts extra kostet. Gegen Abend bouldern dann die Finalisten die Sieger des Wettkampfes aus. Da sind Gäste natürlich gerne gesehen. Denn so ein Boulderfinale ist immer sehr spannend. Danach veranstalten wir direkt eine Party mit 110 Liter Freibier und einer Tombola mit coolen Gewinnen und feiern dann im Anschluss mit mehreren DJs bis in den frühen Morgen!

Quo Vadis: Kann jeder bei der Bouldersession mitmachen oder ist das nur für die „Freaks“?

D&F: Ja klar. Wir schrauben die Routen so, dass wirklich jeder Kunde auf seine Kosten kommt. Bei unserem Geburtstag steht ganz klar der Spaß im Vordergrund!

Quo Vadis: Wie geht’s nach dem Geburtstag weiter?

D&F: Nach dem 10-Jährigen ist vor dem 20-Jährigen. Wir werden auch weiterhin die Pioniere dieses Sports in Bremen bleiben und auch zukünftig neue Sachen testen, neue Sachen selber bauen: selbst viel Spaß haben und hoffentlich Spaß bei unseren Kunden verbreiten. Neben der neuen Wandstruktur gibt es dann im kommenden Jahr auch wieder spannende Events, wie zum Beispiel unser beliebtes Chalks up und Junior Jam für die Kids. Im Sommer trifft man uns zudem wieder auf Stadtfesten an.

Quo Vadis: Tja ihr beiden – danke für das Gespräch! Wir freuen uns auf viele weitere Jahre der guten Zusammenarbeit mit euch!

So leer ist die Halle selten …