DEUTERSCHULUNG BEI QUO VADIS

09. Mai 2019

Gestern Abend war es einmal wieder an der Zeit, sich mit den Produkten und der Firma DEUTER zu beschäftigen. Und das funktioniert am besten, wenn eine Fachfrau dazu anreist und uns auf den aktuellen Stand bringt. In unserem Fall war das die äußerst kompetente Außendienstmitarbeiterin Sigi. Sigi kennt zum einen den Einzelhandel aus eigener Erfahrung und überzeugt zum anderen mit einem unglaublichen Fachwissen und einer glaubhaften Begeisterung für ihre Firma und deren Produkte.

Für uns ist DEUTER eine „wichtige“ Firma, hat sie sich bei Rucksäcken und auch Schlafsäcken in den letzten Jahren eine beeindruckende Marktposition erarbeitet.

Zunächst ging es – wie so häufig bei Händlerschulungen – erst einmal um die Vorstellung der Firma. Das ist manchmal etwas langweilig und wird in Form von Powerpointpräsentationen erledigt. Nicht dieses mal. Wir sind nun lange in der Branche und kennen sowohl DEUTER als auch Sigi schon ewig. Da konnte Sigi nach ein paar Jahreszahlen anhand von vielen Beispielen aufzeigen, warum die Firma so eine positive Entwicklung genommen hat. Wie fast alle Hersteller produziert DEUTER in Fernost. Das ist zunächst einmal kein negatives Kriterium sondern einfach die Realität. Hier sitzt inzwischen das knowhow und selbst wenn es gelingen würde, dieses nach und nach wieder nach Europa zu transferieren, wären die Produktionskosten doch deutlich höher und unsere Kunden würden die Produktpreise nicht zahlen wollen. DEUTER verzichtet schon lange, eigentlich von Anfang an auf das „Lieferantenhopping“ und hat eine über 20jährige Partnerschaft mit einer Produktion in Vietnam (Saigon). Nur so kann der hohe Qualitätsanspruch gewährleistet werden. Auch wenn es manchmal etwas mehr Geld kostet. Damit die Mitarbeiter langfristig gebunden werden können, hat Deuter schon seit Jahren für gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung gesorgt. Das wird regelmäßig vor Ort durch die Fairwear Foundation kontrolliert. Hier hat DEUTER „Leaderstatus“! Auch im ökologischen Bereich arbeite DEUTER als bluesign®-Systempartner seit 2008 daran, die Herstellungsprozesse und die eingesetzten Materialien umweltfreundlicher zu gestalten. Darüber hinaus wird als Mitglied i, „Bündnis für nachhaltige Textilien“ versucht, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen der gesamten Lieferkette des Textil- und Bekleidungssektors zu verbessern. Bei Daunenprodukten wird mit dem R.D.S Responsible Down Standard gearbeitet, ab 2020 wird zudem die gesamte Produktpalette aus PFC-freien Materialien bestehen.

Das diese hohen Standards nicht mal eben durch Zahlung eine bestimmten Betrages sondern erst durch lange, beharrliche Arbeit erreicht werden könne, verwundert bei der Vielzahl von Teilen und Materialien, aus denen die einzelnen Produkte bestehen nicht wirklich.

Ran an die Produkte

Nun ging es an die Rucksackserien. Es ist schone beeindruckend, wie viele verschiedene Rückensystem bei DEUTER inzwischen zu finden sind. Sigi konnte uns an vielen Beispielen zeigen, wie und warum sich zum ein bestimmtes Tragesystem verändert  und weiterentwickelt hat. Das es dabei durchaus auch einmal zu Misserfolgen kam und ganze Versuchsreihen abgebrochen wurden, veranschaulichten etliche Anekdoten. Für uns – die wir täglich mit diesen eigentlich bekannten Rucksäcken arbeiten, war es schon sehr interessant zu erfahren, wie so ein Entwicklungsprozess abläuft. So kann z.B. eine Zielvorgabe für eine schon sehr erfolgreiche Serie sein: Alles muss leichter werden! Nur wie? Ohne dass der Tragekomfort und die Robustheit leidet. Nun – bei den unglaublich vielen Teilen, aus denen so ein Rucksack besteht, wird dann wirklich jedes Teil, jede Naht, jedes Feature auf den Prüfstand gestellt. Und nicht immer wird die Zielvorgabe komplett erreicht – denn Qualität und Tragekomfort stehen weiter ganz oben auf der Prioritätenliste.

Detailarbeit

Da Sigi bei uns – das sei in aller Bescheidenheit erwähnt 🙂 – davon ausgehen konnte, alle Grundlagen des Rucksacktragens- und anpassens bestens bekannt sind, blieb ausreichend Zeit für Detailarbeit. Da wurden Stoffe, Polster, Rahmenkonstruktionen, Materialien unter die Lupe genommen und immer wieder kompetent von Sigi erklärt. So spannend viel Neuerungen und Weiterentwicklungen auch sind – nicht immer ist es einfach oder sinnvoll ein schon gutes Produkt zu verändern. Aber manchmal legen Weiterentwicklungen im Materialbereich oder ein verändertes „Mode-Empfinden“ unser Kunden ein Update nahe. Bei Deuter werden ca. alle drei Jahre einzelne Serien überarbeitet. Ein sinnvoller Zeitraum – wie wir finden.

Am Ende hatten wir alle für uns relevanten Rucksackserien durchgearbeitet, gegeneinander abgegrenzt und für jede den optimalen Einsatzbereich festgestellt.

Schlafsäcke

Rucksäcke und DEUTER – das passt und gehört zusammen. Schlafsäcke und DEUTER – das zunehmend auch! Für diese Saison wurde die Exosphrere-Serie komplett überarbeitet. Sie ist schon immer mit hochwertigen Materialien und den typischen elastischen Nähten im Highendberech der Kunstfaserschlafsäcke angesiedelt, es sind und waren „klasse Säcke“. Die neuen Modell setzten da aber noch einen drauf. Edlere Materialien, feine Verarbeitungsdetails und eine aufwändige Schindelkonstruktion sorgen dafür, dass sich die Exosphere-Schlafsäcke angenehmer anfühlen und bei geringerem Gewicht sogar noch etwas wärmer geworden sind. Auch hier konnte uns Sigi, die selbst mit in die Entwicklung involviert war, interessante Infos zum Entwicklungsprozess geben und kompetent begründen, warum und wo bei dieser Serie die Merkmale genau so sind, wie sie sich darstellen.

Abschließend folgte noch eine Diskussion über die Langlebigkeit von Schlafsäcken und hochwertigen Outdoorprodukten sowie die Frage, wie sinnhaft die Verwendung von recycelten Daunen ist. Ob Gänse- oder Entendaune verwendet werden sollten, ob und wie Prüfsiegel wie der R.D.S-Standard gewährleistet werden können und und und…

Leider war dann gegen 22 Uhr nach einem langen Arbeitstag die Zeit zu Ende. Wir danke Sigi für den netten und sehre informativen Abend!